Heißhunger - Tipps und Tricks zur Kampfansage

Nachdem wir uns gestern mit den unterschiedlichen Ursachen für Heißhunger beschäftigt haben, soll es heute darum gehen, wie man mit einfachen Maßnahmen dem Heißhunger einen Riegel vor die Tür setzt. 
Wie wir festgestellt haben, ist Heißhunger ein Anzeichen dafür, dass dem Körper etwas fehlt. Das ist auch der Grund, warum gerade in einer Abnehmphase dieses Phänomen auftritt und sich als äußert hinderlich, oder sagen wir herausfordernd, darstellt.
Eine Voraussetzung dafür, dass der Körper an die (Fett-)Reserven geht, ist nun mal ein Energiedefizit (= Energiemangel = der Körper signalisiert ihm fehlt etwas).

Wie also stoppen wir den Heißhunger am effektivsten?

Die Regel Nr.1 lautet regelmäßig essen. Wer über einen längeren Zeitraum auf Mahlzeiten verzichtet, ob bewusst oder unbewusst, versetzt den Körper in eine Notsituation. Eine stark unterkalorische Ernährung führt nur dazu, dass der Körper denkt, er müsse sich auf eine Mangelernährung einstellen und schaltet auf „Überlebensmodus“. Er kurbelt in diesem Falle nicht nur den Stoffwechsel runter, sondern signalisiert auch ein Heißhungergefühl, als eine natürliche (Überlebens-) Reaktion des Körpers.
Tipp: Starte mit einem ausgewogenen Frühstück in den Tag. Eine Kombination aus ballaststoffreichen Lebensmitteln, bestehend aus Vollkornprodukten und Obst, ist optimal. Fügt man Proteine hinzu, hat man die perfekte Mahlzeit und durch die insgesamt längere Verdauungszeit, einen konstanten Blutzuckerspiegel.
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Regelmäßig kann 3 oder auch 5 Mahlzeiten bedeuten, je nachdem wie gut dein Stoffwechsel funktioniert (und dadurch eventuell auch früher Hunger signalisiert) oder in deinen Alltag passt.
Die kleinen Zwischenmahlzeiten sollte man jedoch zuckerfrei gestalten. Zur Überbrückung bis zum Mittagessen, eignen sich eine Portion Obst (kein Saft!) oder noch besser Rohkost. In Kombination mit Eiweiß, ein super Duo zur Heißhungerbekämpfung!

Die 2. Regel lautet, sei nicht so streng mit dir selbst. Der komplette Verzicht auf Lebensmittel, kann eine psychologische Reaktion hervorrufen. Wenn man sich alles verbietet, wird der Reiz des Verbotenem immer stärker und lässt die Naschereien noch unwiderstehlicher erscheinen. Unterschätze nicht das Suchtpotenzial von Lebensmitteln – die Entwöhnung dauert eine Weile!
Geh etwas lockerer mit der Ernährung um, genieße ein kleines Stück, statt der ganzen Tafel und fokussiere dich dann wieder auf die eigentliche Ernährung.
Tipp: Geplante Zuckerpausen sind eine gute Strategie um sich langsam, aber sicher davon zu entwöhnen. Wenn man über Jahre hinweg seine Geschmacksknospen auf Zucker sensibilisiert hat, ist es sehr schwer von dem einen, auf den anderen Tag damit aufzuhören. Es dauert ca. 3 Wochen bis sich die Geschmacksknospen neu gebildet haben und das Verlangen nachlässt. Das funktioniert übrigens auch super mit Salz! Du wirst erstaunt sein, wie süß bzw. salzig plötzlich alles schmeckt!

Die 3. Regel lautet möglichst auf Light- Produkte zu verzichten bzw. weitestgehend einzuschränken. Auch wenn diese Lebensmittel wenig, oder im Falle von Light Getränken, oftmals gar keine Kalorien enthalten, so weiß man, dass sie durchaus das Potenzial haben die Lust auf Süßes noch weiter zu verstärken. In Zusammenhang mit der Entwöhnung von Süßem und der Reduzierung der Attacken, spielen sie eine enorm wichtige Rolle.
Schon komisch, dass nach der Einführung von künstlichen Süßstoffen, die Anzahl der Übergewichtigen und Diabetiker weltweit rapide zugenommen hat!?
Tipp: Gehe verantwortungsvoll mit Zuckeraustauschstoffen und Light-Produkten um. Sie können in der Anfangsphase als kleiner Helfer zur Entwöhnung von „richtigem“ Zucker durchaus nützlich sein, sollten aber mit der Zeit immer weniger auf dem Speiseplan stehen und möglichst gemieden werden.

Die 5. Regel lautet, trinke stets ein großes Glas Wasser vor dem Essen. Wir wissen häufig nicht zwischen richtigem Hunger und Durst zu unterscheiden. Die Signale des Körpers sind in beiden Fällen ziemlich identisch und nur schwer voneinander zu trennen. Heißhungerattacken dauern in der Regel 15 Minuten – versuche so lange durchzuhalten.
Tipp: Wenn du Heißhunger hast, trinke erst ein großes Glas Wasser und warte die kritischen Minuten ab. Hast du immer noch Hunger gönn dir einen kleinen gesunden, proteinreichen Snack.

Schlafe genug, lautet die 6. Regel. Studien zeigen, dass zu wenig Schlaf dick macht und den Mangel an (Schlaf-) Energie aus Essensenergie wieder reinholt. Die optimale Schlafzeit liegt bei 7 – 8 Stunden. Die individuelle Schlafdauer ist sehr unterschiedlich und dementsprechend nur als Richtwert zu sehen. Ein intakter Biorythmus und regelmäßiger Schlaf (und Einschlafzeiten), sind sehr wichtig für einen geregelten Stoffwechsel. 

Die 7. Regel ist relativ einfach in die Praxis umzusetzen. Vermeide prall gefüllte Vorratsschränke. Alleine die Vorstellung, dass sich in der Notfallsituation etwas auf Vorrat befindet ist psychologisch sehr verführerisch!

Die 8. Regel um Heißhunger in der Akutphase zu bekämpfen lautet: Kaugummi kauen oder Zähne putzen. Am besten eignen sich zuckerfreie Pfefferminzsorten.

Trinke öfter grünen Tee oder Mate Tee lautet die 9. Regel. Beiden wird eine appetitsenkende Wirkung zugesagt. Kaffee übrigens auch, sollte aber nicht in großen Mengen verzehrt werden.

Regel Nr. 10: Bewege dich! Bewegung ist eine effektive Vorsorgemaßnahme  vor Essensgelüsten, Stress- oder Frustessen und Langeweile. Ein Spazierganz an der frischen Luft hat schon so manches Wunder bewirkt und die Lust auf Süßes gehemmt.

Es lässt sich zusammenfassend sagen, dass Heißhunger das Resultat schlechter Essensgewohnheiten ist. Analysiert ruhig einmal euer Essverhalten mit einem Essenstagebuch, in dem ihr nicht nur notiert WAS und WANN ihr esst, sondern in WELCHEN SITUATIONEN. Wie habt ihr euch dabei gefühlt? Seid ihr glücklich, gestresst oder vielleicht frustriert gewesen?
Nur so erfahrt ihr wo ihr ansetzen müsst um etwas zu verändern. Macht euch bewusst, dass dieser Prozess durchaus mehrere Wochen in Kauf nimmt. Setzt euch niemals unter zu großem Druck, denn wer zu schnell zu viel möchte, erhöht die Wahrscheinlichkeit am Ende frustriert aufzugeben.
Gebt euch Zeit und denkt immer dran: Rückschläge gehören dazu und sind kein Grund aufzugeben! Es liegt an euch etwas zu verändern.

Euer Coach

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