Ein
Gefühl überkommt uns – urplötzlich. Wir werden unruhig. Scheinbar grundlos und
völlig unerwartet, entwickelt sich daraus eine unerklärliche Nervosität. Die
Gedanken schweifen ab. Plötzlich spüren wir ein Bedürfnis - ein regerechtes Verlangen.
5
Minuten später stehen wir vor dem Kühlschrank und kämpfen mit uns selbst.
Nachgeben oder stark bleiben?
Wir
alle kennen das Gefühl, wenn es uns überkommt und die Kontrolle über unser
Essverhalten und die vorgenommenen Vorsätze verlieren lässt. Dieses unbändige Verlangen auf bestimmte
Lebensmittel, ob süß oder deftig, hat schon so manchen in den Wahnsinn
getrieben und alle Abnehmpläne über Bord werfen lassen.
Die
Gründe für das Auftreten solcher Attacken sind sehr vielfältig und lassen sich
nicht pauschal auf jeden übertragen.
Ich
will an dieser Stelle verdeutlichen, dass ich mich hier mit der „milden
Erscheinungsform“ auseinandersetzen möchte, welche sich vor allem durch das
snacken zwischendurch und vor allem abends äußert und abseits der krankhaften
Essstörungen bewege, wie dem Binge- oder Night-Eating Syndrom.
Während
sich erstere durch kleine Veränderungen der Essgewohnheiten durchaus verhindern
lassen, erfordern letztere oftmals zusätzlich eine konsequente, psychologische Betreuung.
Dir
häufigsten Gründe für Heißhunger
Das
Snacken zwischendurch gönnt sich jeder gern. Ein kleiner Riegel nach dem
Mittagessen, Kaffeekekse, hier und da ein Schoko Bon reingeschoben und
natürlich hat der Arbeitskollege auch noch Geburtstag und bringt diese verdammt
leckere Torte mit. Mit der Zeit summieren sich diese vielen kleinen Extrakalorien, zu ein paar Kilo mehr auf der Waage.
Genau
dieses „Snacking-Essverhalten“ führt häufig zu dem Phänomen, dass uns der
Körper das Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln signalisiert.
1. Die
Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist einer der wichtigsten, wenn nicht DER wichtigste, Schlüssel zum Erfolg, denn Heißhunger ist meist die Folge eines
niedrigen Blutzuckerspiegels. Umgangssprachlich auch Unterzuckerung genannt
(und nicht mit der des Diabetikers zu verwechseln), kommt es dadurch zu einer Warnmeldung
des Körpers, dass schnell ein Energienachschub benötigt wird. Und was liefert
uns schnell Energie? Richtig – der gute, altbewährte Zucker und die leckeren
Weißmehlprodukte. Natürlich weiß unser Kopf durch jahrelanges Training, dass
uns Süßigkeiten und salzige Knabbereien genau diese schnelle Energie liefern, die wir in diesem Moment brauchen!
Das
Problem an der Sache ist, dass diese Lebensmittel zu einem sehr rapiden Anstieg
des Blutzuckers führen, gefolgt von einem raschen Absinken. Die Folge: Ein
erneute „Unterzuckerung“ die einen schnellen Schub erfordert.
So bewegen wir
uns durch unseren Alltag mit vielen (Energie-) Hochs und Tiefs, ohne uns je wirklich
fit und leistungsfähig zu fühlen.
2.
Unregelmäßige Mahlzeiten können ebenfalls zu Heißhunger führen. Sehr lange
Essenspausen führen früher oder später logischerweise zu einem Energietief im
Körper. Regelmäßige Mahlzeiten zu essen und die richtige Lebensmittelauswahl zu treffen, welche langfristig, ein gleichbleibendes
Energieniveau aufrecht erhalten können, sind hierfür essenzielle Faktoren.
3.
Auch auf unausgewogene Mahlzeiten, kann der Körper mit Heißhunger reagieren.
Der Körper versucht hierdurch die Lücke der fehlenden Nährstoffe zu füllen und
die Kalorien wieder reinzuholen, die den Tag über eingespart wurden. Menschen
die versuchen möglichst schnell abzunehmen und radikal die Kalorienzufuhr
runterfahren, verfallen oftmals dem Heißhunger aufgrund des viel zu hohen
Energiedefizits. Wer glaubt Mahlzeiten ausfallen lassen zu können, um zusätzliche Kalorien einzusparen und den Körper damit
austricksen zu können, der bewegt sich auf der völlig falschen Fährte!
4. Eine
der schwerwiegendsten Ursachen ist das antrainierte. Essverhalten. Die
Belohnung mit Süßem nach einem harten Arbeitstag oder das kompensieren von
Stress mit Essen führt zu einem klassischen Suchtverhalten. Der Körper merkt
sich diese Verhalten und verankert es tief im Unterbewusstsein. Mit der Zeit fangen wir an, bestimmte Lebensmittel mit Gefühlen zu verknüpfen und verursachen dadurch einen
Teufelskreis, aus dem es immer schwieriger wird sich zu befreien.
Das
Gefühl des glücklich Seins und der Entspanntheit, wird plötzlich mit Schokolade
oder Chips verknüpft. Sich aus dieser Negativspirale zu befreien, ist
erfahrungsgemäß ein langwieriges Unterfangen, welches ein Höchstmaß an
Disziplin, intensivem Coaching und Selbstkontrolle erfordert.
Nachdem
es heute um die unterschiedlichen Formen des Heißhungers ging, werde ich
Morgen erklären, wie man mit einfachen Tipps und Tricks den Heißhunger bekämpfen
kann oder erst gar nicht aufkommen lässt.
Euer
Coach
Carmine
Stillitano
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