Eiweiß und seine Wichtigkeit bei der Zielerreichung

Ich trainiere genau nach Vorgabe und habe trotzdem keinen Erfolg woran kann es liegen?

Man trainiert fleißig 2 - 3 mal in der Woche, reißt sich den hintern in jeder Einheit auf, hält sich an die strengen Vorgaben des Trainers und trotzdem bleiben die Erfolge aus. Mit dieser Art von Frustration werde ich vor allem im Studioalltag regelmäßig konfrontiert und fast immer stelle ich das gleiche Ergebnis fest: Die Ernährung passt einfach nicht zu den gesetzten Zielen!
Egal welche Zielsetzung man verfolgt, die Ernährung ist und bleibt die wichtigste Komponente im Zusammenspiel mit dem Training. Auch wenn man keine wissenschaftlich abgesicherten Prozentangaben machen kann, so würde ich aus persönlicher Erfahrung behaupten, dass mindestens 60-70% des Erfolgs über eine angepasste, zielorientierte Ernährung kommen.
Viele leben immer noch in dem Irrglauben eine mangelhafte Ernährung mit dem Training kompensieren zu können. Leider falsch gedacht.

Man sollte bei der Ernährung zusehen alle wichtigen Makronährstoffe zuzuführen und nicht komplett auf bestimmte Energieträger zu verzichten. Wir Menschen neigen leider viel zu oft dazu in Extreme zu verfallen.
Klassisch sind hier extreme low-carb oder low-fat Geschichten, die mit Sicherheit funktionieren können, aber eben nicht auf Dauer.
Es gibt jedoch einen Nährstoff der unabhängig von der Zielsetzung immer gleich gehalten werden sollte: Der Eiweißanteil!
Gerade Eiweiße spielen als wichtigster Baustein der Muskulatur eine Hauptrolle in diesem Geschehnis. Sie sind es, die unsere Muskulatur nach einem harten Training wieder ordentlich regenerieren und wachsen lassen und sie sind ebenfalls dafür verantwortlich unsere wertvolle Muskulatur zu schützen und zu erhalten, während wir erfolgreich Fett verlieren.

In welchen Lebensmitteln finde ich genügend Eiweiß und wie viel sollte man überhaupt zu sich nehmen? 

Fangen wir mit dem wie viel an, denn hier scheiden sich die Geister. Während die dge ca. 0,8g pro kg Körpergewicht für Normalpersonen empfiehlt, liest man in Fitnessmagazinen oft Angaben bis zu 3g und mehr für ambitionierte Athleten. Da haben wir sie wieder: Die Extreme. Ich würde mich aus eigener Erfahrung zwischen 1,5 – 2g einpendeln – egal ob Muskelaufbau oder Fettreduktion. Seltsamerweise denken viele Anfänger sie „bräuchten das noch nicht, weil es ja erst später wichtig wird“. Als ob Eiweiß etwas wäre, woran der Körper sich langsam gewöhnen müsse. Egal ob Anfänger, passionierter Freizeitathlet (auch Ausdauersportler) oder abnehmwillige Personen – ihr seid mit dieser Menge bestens abgedeckt!
Viel hilft auch in diesem Falle nicht viel, obwohl es, wie früher oft sogar von Ärzten behauptet wurde, schädlich für die Nieren sein soll. Ihr dürft beruhigt sein. Alles was „zu viel ist“, wird von einer gesunden Niere einfach rausgefiltert und ausgespült. Man sollte einfach (oder besser gesagt sowieso) genug trinken um die Niere in dem Reinigungs- und Filterungsprozess ordentlich zu unterstützen.
Das jemand mit einer Niereninsuffizienz im Endstadium keine größeren Eiweißmengen aufnehmen sollte ist logisch – sollte aber nicht mit einer gesunden Niere verwechselt werden. Ich habe KEINE EINZIGE klinische Studie in meiner ganzen Laufbahn finden können, die einen gesundheitlichen Schaden bei gesunden Menschen, durch eine erhöhte Eiweißzufuhr feststellen konnte.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie meine Mutter aus Sorge um mich, mit meiner 2,5 kg Eiweißdose zur Hausärztin lief um sich abzusichern – Mama ich liebe dich.

Zu den eiweißreichsten Lebensmitteln, zählen vor allem der gute, alte Magerquark, Naturjoghurt, Hüttenkäse, Eier, mageres Geflügelfleisch und Fisch.
Wer sich bewusst damit beschäftigt wird jedoch schnell merken, dass es schwierig ist seinen Bedarf über die normale Ernährung abzudecken, was nicht bedeutet soll, dass es nicht geht. Gerade bei einem höheren Körpergewicht kommt man schnell auf 150 g Eiweiß täglich und mehr. Ich nutze als kleinen Helfer an dieser Stelle gerne Eiweißpulver, um meinen Bedarf zu decken. Er liefert hochwertige Eiweiße (Stichwort: biologische Wertigkeit) und ist schnell zubereitet. Dazu enthalten die meisten Sorten sehr wenig, bis gar keine Kohlenhydrate und Fette, sind purin und cholesterinfrei und machen aufgrund des hohen Eiweißanteils (ca. 30g wenn man es in Milch anrührt) lange satt – vorausgesetzt man hat ein Qualitätsprodukt und keinen Schrott aus dem Discounter gekauft. Damit werde ich mich aber auch noch in einem separaten Artikel auseinandersetzen. An dieser Stelle noch ganz kurz: Es steckt bereits im Namen drin, dass diese Form der Eiweißzufuhr eine Nahrungs"ergänzung" ist und auch als solche gehandhabt werden sollte. Die normale Ernährung hat immer Priorität!
Natürlich enthalten auch Hülsenfrüchte, einige (Pseudo-)Getreidesorten und viele weitere Lebensmittel einen gewissen Eiweißanteil.
Dreht einfach mal die Verpackung um und lest die Inhaltsangabe. In Deutschland wird alles wunderbar einfach auf 100g Mengen runtergerechnet. Alternativ lassen sich auch Fitnessapps hervorragend nutzen, um die Gesamtzufuhr zu überwachen. Nur so bekommt ihr einen wirklichen Überblick und könnt sicher sein, dass ihr euren Bedarf deckt.

Fazit
Es bleibt festzuhalten, dass die Gründe für einen ausbleibenden Erfolg sehr vielfältig sein können. Was ich aber über die Jahre hinweg immer wieder feststellen konnte ist, dass ein sehr häufiger Grund eine viel zu niedrige Eiweißzufuhr ist. In Kombination mit einem intensivem Training ein fataler Fehler, der sich früher oder später durch den auslassenden Trainingserfolg mit Sicherheit bemerkbar machen wird.
Als unser wichtigster Muskelhelfer darf er in seiner Funktion keinesfalls unterschätzt werden. Im Smartphone Zeitalter ist es so herrlich leicht zu kontrollieren ob man seinen Bedarf deckt oder nicht.  Überprüft euch selbst, passt gegebenenfalls die Menge an und erfreut euch an den Fortschritten die ihr erzielt.

Euer Coach
Carmine Stillitano




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen