Muskulatur - Die hauseigene Apotheke

Die „Mukki-Bude“ wird gerade von jüngeren Menschen vor allem aus ästhetischen Gründen regelmäßig besucht und unter schweißtreibenden Einheiten versucht den Körper zu stählen und nach den eigenen Wünschen zu formen.
Doch Muskeln können viel mehr als das. Sie besitzen ungeahnten Einfluss auf unseren kompletten Organismus.

Wir sprechen von
  •        einem stärkeren Immunsystem,
  •        einem angeregten Fettstoffwechsel
  •        der Prävention von Rücken- und Gelenkbeschwerden
  •        der Vorbeugung von Herzproblemen
  •        einer alternativen Diabetestherapie und -vorbeugung
  •        einer Osteoporoseprävention
  •        einer Alzeiheimerprävention und einer gesteigerten geistigen Fähigkeit
  •        einem natürlichen „Anti-Depressivum“

Hätten Ärzte die Möglichkeit, würden sie Muskeltraining wahrscheinlich als Medizin verschreiben. Unzählige Volkskrankheiten können sehr effektiv mit einem regelmäßigen Krafttraining „behandelt“ werden.
Ich spreche hier nicht von Bodybuilding, sondern von einem Training unter gesundheitsorientierten Aspekten.
Der Fokus hat in der Juni Ausgabe 2012 einen sehr schönen Artikel, mit dem Titel „Muskeln garantieren ihre Gesundheit“ veröffentlicht und genau diese Themen behandelt. Im Folgenden soll eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse vorgestellt werden, um vielleicht auch diejenigen unter euch zu überzeugen, die bis dato dachten das Training sei nicht das Richtige für sie.
Über Jahrzehnte hinweg galt die Muskulatur lediglich als „ausführender“ Motor. Heute weiß man, dass sie  bei einer gezielten Aktivierung chemische Signale aussenden.

Woher kommen die heilenden Kräfte?

„Muskeln sind wie Apotheken im Körper, die Medizin in die Blutbahnen abgegeben“. Ich finde diese Beschreibung sehr passend. Unsere Muskeln haben die Eigenschaft hormonähnliche Stoffe auszuschütten, sogenannte Myokine. Ein ganz besonderes Wundermittel in diesem Zusammenhang ist das Interleukin-6.
Es hat die schöne Eigenschaft das Viszeralfett, umgangssprachlich auch Organfett genannt, entgegenzuwirken. Dieses Organfett ist mitverantwortlich für die Entstehung von Entzündungsprozessen im Körper, welches nicht nur die Entwicklung von Altersdiabetes und Arteriosklerose begünstigt, sondern auch das Schlaganfall und Herzinfarktrisiko.
Nach dem Krafttraining kann man die hundertfache Menge dieser körpereigenen Medizin im Blut messen.

Was kann das Interleukin-6 alles?

Es wirkt entzündungshemmend und fördert die direkte Fettverbrennung der Speckdepots. Es hemmt das Wachstum von Tumorzellen in der weiblichen Brust. Man spricht von einem 25 bis 30% geringeren Risiko an Brust- und Darmkrebs zu erkranken.
Die Botenmoleküle IGF-1 und FGF-2 regen die Knochenneubildung an und wirken Osteoporose entgegen. Die Bauchspeicheldrüse wird wirksam in ihrer Funktion unterstützt, was daraus resultiert, dass der Muskel „empfindlicher“ für die Aufnahme des Blutzuckers wird und weniger Insulin produziert werden muss.
Gerade bei einer Insulinresistenz, als Vorstufe zum Diabetes, eine willkommene Eigenschaft. 50% der Typ-2 Diabetiker könnten mit Hilfe von Sport ihre Medikamente absetzen.
Krafttraining war bei Bluthochdruckpatienten früher eine Kontraindikation. Heute weiß man, dass der Blutdruck bei richtiger Atmung zwar leicht ansteigt,  dafür aber den Rest des Tages absinkt. Der Grund hierfür ist die Bildung neuer Gefäße durch das Training. Dieser Vorgang hat zwei große Vorteile: Zum einen wird die Muskulatur besser mit Nährstoffen versorgt und der Blutdruck kann sich „gleichmäßiger verteilen“. Eine ärztliche Abklärung sollte aber in jedem Falle vorher erfolgen.
Ein weiterer Bonus: Ein 15 minütiges Workout, drei mal in der Woche, reduziert das Alzheimer-Risiko um 30 – 40%. Wissenschaftler vermuten, dass sich das Eiweiß BDNF dahinter verbirgt und das Nervenwachstum im Gehirn fördert.

Hat Krafttraining weitere Gesundheitsaspekte?

Absolut! Es ist bekannt, dass der menschliche Körper einem stetigen (natürlichen) Abbauprozess unterworfen ist. Ab dem 30. Lebensjahr verlieren wir jährlich ca. 1-2% unserer wertvollen Muskelmasse.
So bauen wir im Laufe des Lebens in etwa ein Drittel unserer gesamten Muskulatur ab – vorausgesetzt wir tun nichts dagegen. Noch schlimmer verhält es sich, wenn wir inaktiv bleiben und die Hälfte unseres Lebens auf einem Bürostuhl verbringen. 
Unser Körper funktioniert nach einem sehr einfachen Prinzip: „USE IT, OR LOSE IT“-Prinzip, NUTZE ES ODER VERLIERE ES!

Und was meint ihr, wird wohl als erstes entsorgt wenn es hart auf hart kommt? Natürlich das, was am meisten Energie verbraucht – unsere Muckis.
Schon mal gesehen wie Astronauten nach ihrer Landung aussehen, wenn sie monatelang im Weltall rumgeturnt sind? Noch einfacher: Vergleicht einfach ein eingegipstes Bein mit dem gesunden nachdem der Gips ab ist!
Mittlerweile ist man auf den Trichter gekommen auch in der Schwerelosigkeit etwas für seine müden Muskeln zu tun, um diesen Abbauprozess entgegenzuwirken. Auch Altersheime werden heutzutage mit Vibrationsplatten ausgestattet und regelmäßig zum Bewegen animiert. Der Trend geht auf jeden Fall in die richtige Richtung.

Fazit
Ich hoffe dieser Einblick in die umfangreiche "Welt der Muskulatur" reicht aus, um auch diejenigen unter euch für ein Muskeltraining zu begeistern, die bis eben noch nicht zu 100% davon überzeugt waren. Egal ob jung oder alt, gesund oder krank - das Training eignet sich für Jedermann!
Wie man sieht ist die Muskulatur weit mehr als nur ein Bewegungsmotor. Man kann ihn zurecht als DEN Gesundmacher Nr. 1 in unserem Körper bezeichnen und es liegt allein in eurer Hand diesen Motor auf Hochtouren zu bringen und für euch arbeiten zu lassen.
Das beste daran ist, dass es keine Altersgrenze oder körperliche Einschränkung gibt, die dagegen sprechen würde. Das Krafttraining ist nicht nur Eliteathleten und Hochleistungssportlern vorenthalten - ganz im Gegenteil.
Eine ärztliche Abklärung sollte vor dem Beginn des Trainings, gerade bei bestehenden Erkrankungen, jedoch immer erfolgen.
Die kontrollierte Dosis und Trainingssteuerung sind entscheidend für den Erfolg. Natürlich muss man hierfür etwas mehr Geld in die Hand nehmen, als bei einem Discounter oder 08/15 Studio. Doch letztendlich ist es eine Investition in ein gesünderes Leben und gerade hier sollte man nicht an den falschen Stellen sparen.

Euer Coach





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