Stimmungsschwankungen, Gereiztheit
und urplötzliches Schwitzen trotz eisiger Minusgrade sind nicht selten
Begleiterscheinungen die viele Frauen ab einer bestimmten Lebensphase durchmachen müssen.
Als wenn das nicht schon genug wäre
kommt erschwerend hinzu, dass das Gewicht von Monat zu Monat scheinbar grundlos
nach oben wandert.
Obwohl an den Gewohnheiten
nichts verändert wurde und selbst das Essverhalten gleich geblieben ist,
scheint jeder Bissen in einer Gewichtszunahme zu resultieren.
Fraglosigkeit und Frustration führen
nicht selten zu Depressionen und dem Sturz in eine tiefe Lebenskrise.
Warum nehmen Frauen ab einem
bestimmten Alter leichter zu?
Selbst in jungen Jahren ist das
Halten des Gewichts für viele Menschen schon kein leichtes Unterfangen - in den
Wechseljahren wird es zunehmend schwerer.
Die Gründe für die Entstehung von
Übergewicht in der Menopause sind vielfältig und nicht allein den Hormonen verschuldet.
Tatsache ist, dass der
Energieverbrauch mit steigendem Alter sinkt. Aus evolutionsbiologischer Sicht
macht das durchaus Sinn. Immerhin war es im Alter nicht mehr so leicht jagen zu
gehen. Doch leider passt diese urzeitliche Programmierung nicht mehr zu unserem
bequemen Alltag und der Zugang zu den Lebensmitteln ist allgegenwärtig.
Zwar tritt auch bei Männern das Phänomen
des sinkenden Energieverbrauchs auf, doch wie so oft sind die Frauen hier
doppelt bestraft. Während es bei Männern eher der Tatsache verschuldet ist,
dass sie ab dem 30. Lebensjahr ca. 1% der Muskelmasse einbüßen, kommen bei
Frauen die hormonellen Veränderungen im Körper hinzu. Wer also mit 40 Jahren
noch so isst wie mit 20 wird früher oder später mit den Fettpölsterchen zu
kämpfen haben.
Die Folgen der körperlichen
Veränderung:
- Durch den Muskelschwund sinkt der Grundumsatz
- Die Schilddrüse, als unsere Stoffwechsel-Steuerzentrale, fängt an langsamer zu arbeiten
- Ein Progesteron-Mangel und eine Östrogen-Dominanz fördern die Entstehung von Übergewicht
- Ein Testosteron Überschuss kann zu einem ungewollten Bauchzuwachsähnlich wie bei Männern führen
- Der Wegfall des Eisprungs und der Menstruation senken den Energiestoffwechsel
Durch die nachlassende
Östrogenproduktion, findet nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung statt und
allein dieser verbraucht eine tägliche Kalorienmenge von ca. 300 kcal. Es wird
weniger Progesteron (das weibliche Fruchtbarkeitshormnon) produziert, was
ebenfalls dafür verantwortlich ist die Körpertemperatur ansteigen zu lassen.
Die Energie die also dazu benötigt
wird um den Körper aufzuheizen entfällt.
Zusätzlich darf man nicht außer Acht
lassen, dass die vermehrte Fetteinlagerung seinen Zweck erfüllt. Das Fettgewebe gleicht die sinkende
Östrogenproduktion der Eierstöcke teilweise wieder aus.
Wie das Abnehmen und die
Gewichtskontrolle trotzdem funktionieren
Die Gewichtskontrolle ist wegen der
oben beschriebenen Gründe also nicht ganz einfach.
Passen wir unsere Essgewohnheiten den sinkendem Energieverbrauch nicht an und essen weiterhin genau soviel wie bisher, dann wird man
unweigerlich zunehmen. Hinzu kommt, dass das Bewegungspensum fast automatisch
mit dem Alter reduziert wird, weil familiäre Pflichten, Kinder und die Arbeit
hinzukommen.
"Hormontherapie"
Bevor ich auf die „eigentlichen“
Maßnahmen zu sprechen komme sei an der Stelle kurz die hormonelle Therapie
erwähnt.
Wer sich die Gewichtsreduktion durch
eine Hormontherapie erleichtern möchte, empfehle ich unbedingt vorher einen
Arzt zu konsultieren um den genauen Hormonspiegel bestimmen zu lassen. Ein
„künstlicher“ Eingriff in den Hormonhaushalt bleibt meist nicht ohne
Nebenwirkungen und kann unter Umständen gefährlich werden.
Diese Maßnahme sollte wirklich erst
dann eine Option darstellen, wenn alle anderen Maßnahmen gescheitert sind.
Die erste Maßnahme die man ergreifen
sollte ist eine kontrollierte und langsame Ernährungsumstellung. Radikaldiäten sind in den
Wechseljahren jedenfalls nicht gesund, vor allem wird der Jo-Jo Effekt mit
großer Wahrscheinlichkeit noch stärker ausfallen als sonst.
Aus Angst vor den Pfunden tappen
viele Frauen in die Falle zu wenig zu essen und damit den Stoffwechsel und den
Grundumsatz noch weiter in den Keller zu befördern. Die Folgen dürften bekannt
sein.
Regelmäßige Mahlzeiten und eine
bewusste Lebensmittelauswahl sind der Schlüssel zum Erfolg.
Die Portionsgröße
sollte insgesamt etwas reduziert werden und die "Tellerverteilung" überdacht
werden. Die Hälfte sollte aus Gemüse, ein Viertel aus Kohlenhydrate und der
Rest aus hochwertigen Proteinquellen bestehen.
In dieser Lebensphase sollte gezielt
darauf geachtet werden mehr Obst und Gemüse in den Speiseplan aufzunehmen und
möglichst fett- und kohlenhydratarme Kost zu bevorzugen. Statt dessen sollte
der Eiweißanteil angehoben werden.
Der Körper verzeiht einem irgendwann
leider nicht mehr die spätabendlichen Snacks und Süßigkeiten vor dem Fernseher.
Auch der regelmäßige Konsum von Alkohol sollte weitestgehend eingeschränkt
werden und höchstens 1-2 mal im Monat stattfinden.
Ein Gläschen Rotwein hier
und da hat zwar keinen umgebracht, aber ebenso wenig bei der Gewichtsabnahme
geholfen.
"Sport und Bewegung"
Die zweite Methode um den
Extra-Kilos den Kampf anzusagen ist Bewegung. Das reicht von einem bewegten
Alltag, bis hin zu einem regelmäßigen Kraft- und Ausdauertraining. Egal ob im
Fitnessstudio oder Verein, ob Pilates, Yoga oder eine intensive Stunde
BodyPump. Die Regelmäßigkeit ist entscheidend. So werden nicht nur
Stimmungsschwankungen unter Kontrolle gehalten, sondern auch den Frust- und
Kummeressen am besten begegnet.
Es gibt kaum ein Mittel, dass so
vielseitig gegen die Wechseljahrbeschwerden wirkt wie Sport:
Es ist erwiesen,
dass Frauen die sich regelmäßig aktiv bewegen weniger Probleme mit
Hitzewallungen und Schlafstörungen haben, nebst dem positiven Effekt, dass
zusätzlich Kalorien verbrannt und der Stoffwechsel aktiviert wird.
Die weiteren Vorteile sollen nur
kurz erwähnt werden:
- Es wirkt beruhigend auf das
Nervensystem
- Knochendichte wird verbessert
(Osteoporoseprävention)
- Es senkt das Brust- und Eierstockkrebsrisiko
- Arterioskleroserisiko
(Gefäßverkalkung) wird minimiert
Wichtig ist an dieser Stelle zu
erwähnen, dass auch für Frauen in der Menopause die Regel gilt:
Krafttraining
hat Priorität vor dem Ausdauersport. Joggen allein reicht nicht aus!
Fazit
Die Wechseljahre stellen mit
Sicherheit eine der größten Herausforderung dar, der sich jede Frau (und auch
Männer in einer Partnerschaft) irgendwann im Leben einmal stellen muss.
Zwar können wir den natürlichen Lauf
der Dinge nicht verändern, aber uns ihnen anpassen und lernen damit bewusst
umzugehen.
Ausreichend Bewegung und
abwechslungsreiches, gesundes Essen sind die Erfolgsschlüssel für ein besseres
allgemeines Wohlbefinden. Alles andere ist eine Frage der Geduld und Akzeptanz, dass der Körper sich in einer Umstellungsphase befindet.
Natürlich ist Zeitmangel ein Faktor gerade wenn man Verpflichtungen hat, aber wer wirklich etwas verändern will findet Wege und Möglichkeiten. Keine Zeit, ist (k)eine Ausrede! Sortiert eure Prioritäten neu, sucht euch einen kompetenten Trainer und macht etwas für euch! Viel zu oft werden die eigenen Bedürfnisse zurückgestellt nach dem Motto: „Erst die anderen, dann komm ich an die Reihe.“
Euer Coach
Carmine Stillitano
Natürlich ist Zeitmangel ein Faktor gerade wenn man Verpflichtungen hat, aber wer wirklich etwas verändern will findet Wege und Möglichkeiten. Keine Zeit, ist (k)eine Ausrede! Sortiert eure Prioritäten neu, sucht euch einen kompetenten Trainer und macht etwas für euch! Viel zu oft werden die eigenen Bedürfnisse zurückgestellt nach dem Motto: „Erst die anderen, dann komm ich an die Reihe.“
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