Kaum eine Aminosäure
erfreut sich so großer Beliebtheit unter Sportlerkreisen wie L-Glutamin. Von
Kraftsportlern schon seit vielen Jahren regelmäßig genutzt, findet sie auch
immer häufiger den Weg in den Haushalt vieler Ausdauersportler und
ambitionierten Hobbyathleten.
Es ist kein Geheimnis,
dass regelmäßiges Training das Immunsystem stärkt. Die direkte Wirkung des
Trainings auf das Immunsystem ist jedoch eine andere.
Wir sprechen in diesem
Zusammenhang von der stressbedingten, immunsupressiven Wirkung. Wir können nach
einer anstrengenden Trainingseinheit eine immunologische Lücke feststellen, in
der unser Körper viel anfälliger für Infektionskrankheiten ist (Open-Window
Phänomen).
Während einige Sportler
über eine ausgewogene Ernährung und der Supplementierung immununterstützender
Wirkstoffe versuchen ihre Abwehrkräfte zu stärken, greifen immer mehr auch zum
Wundermittel L-Glutamin.
Wofür ist L-Glutamin im
Körper zuständig?
Allen voran ist L-Glutamin
für ein funktionierendes Immunsystem essentiell wichtig, denn unsere
Abwehrzellen nutzen diese Aminosäure als Hauptbrennstoff.
Unser Organismus kann Glutamin selbst herstellen und ist somit nicht zwingend auf eine exogene
Zufuhr angewiesen.
Im Leben eines Sportlers
nimmt sie jedoch eine Sonderstellung ein, denn intensive Workouts lassen den
Glutaminspiegel im Körper rapide absinken.
Untersuchungen an Hobbysportlern
konnten aufzeigen, dass diese Aminosäure von einem Großteil der Sportler in
nicht ausreichender Menge aufgenommen wird.
Die Folge: Krankheitserreger
können nicht mehr richtig bekämpft werden. Zusätzlich wird die
Regenerationsfähigkeit des Körpers nach dem Training nicht optimal unterstützt.
Glutamin hat neben
der immunologischen noch eine weitere Funktion: Es bewirkt die Vergrößerung
des Zellvolumens (indem es die Wassereinlagerung in die Muskulatur begünstigt)
und hilft der Muskulatur bei den Reparaturprozessen nach einer intensiven
Trainingseinheit. Es wirkt somit auch als Erholungsaktivator und Beschleuniger
für die Proteinsynthese. Außerdem spielt es eine nicht ganz unerhebliche Rolle
für die Darmgesundheit, da sie für die Zellen des Gastrointestinaltraktes ein
wichtiges Substrat darstellen.
In welchen Lebensmitteln
ist L-Glutamin vorzufinden?
L-Glutamin wird aus der
L-Glutaminsäure synthetisiert.
Die Lebensmittel mit dem
höchsten Gehalt sind Weizen, Dinkelmehl, Linsen, Erdnüsse, Rindfleisch,
Hähnchenfleisch, Lachs, Hühnerei und verschiedene Milchprodukte. Durch die
verhältnismäßig geringe Menge in den Lebensmitteln, ist die Abdeckung des Tagesbedarfs eines
Sportlers ohne zusätzliche Ergänzung jedoch nicht ganz einfach.
Empfohlen wird eine
tägliche Zufuhr von ca. 10 - 25g pro Tag (je nach Größe und Gewicht), verteilt
auf mehrere Mahlzeiten.
Der Einfachheit halber bietet es sich jedoch an das
optimale Zeitfenster nach dem Training zu nutzen und dem Proteinshake einfach
10g dieser geschmacksneutralen Aminosäure beizufügen.
Ist eine Supplementation
sinnvoll?
Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf sind wichtige Faktoren und Grundvoraussetzung für die allgemeine Gesundheit und ein funktionierendes Immunsystem.
Wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln
sollte man auch hier mit Bedacht rangehen.
Für eine Vielzahl von Athleten macht eine zusätzliche Einnahme aufgrund der geschilderten Erkenntnisse durchaus Sin.
Für eine Vielzahl von Athleten macht eine zusätzliche Einnahme aufgrund der geschilderten Erkenntnisse durchaus Sin.
Doch auch Normalpersonen können von diesem
Wundermittel profitieren. In klinischen Studien konnte nachweislich eine
schnellere Heilung von Verletzungen und Verbrennungen, sowie eine schnellere
Genesung nach Operationen festgestellt werden.
Gerade Ausdauer- und
Kraftsportler können der immunsuppressiven Wirkung durch eine zusätzliche Einnahme
entgegenwirken und dem Immunsystem unter die Arme greifen. Harte Workouts führen zu
einem erhöhten Stresspegel, das ist soweit bekannt. Das dabei ausgeschüttete Stresshormon Kortison verbraucht die Glutaminreserven. Eine Ergänzung kann sich daher als
sinnvoll und zielführend für die Regeneration und den allgemeinen Gesundheitszustand erweisen.
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