Das perfekte Sixpack Workout - Teil I

In dem heutigen Artikel soll es um das allseits beliebte Thema „Bauchmuskeltraining“ gehen.
Der Sommer naht und der Wunsch nach einem flachen durchtrainierten Bauch rückt immer näher. Nach wie vor ist eine gut ausgebildete Bauchmuskulatur immer noch der Hingucker Nr. 1.
Man kann auch hier sagen, dass viele Wege nach Rom führen, doch drei Dinge sind für den Aufbau gut sichtbarer Muskeln unabdingbar: Ein Höchstmaß an Geduld und vor allem viel Disziplin bei der Ernährung und dem richtigen Training.
Wie oft höre ich, dass täglich tausende Sit-ups gemacht werden, am besten morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Fernseher ohne wirkliche Erfolge zu erzielen.
Grundsätzlich haben alle Menschen Bauchmuskeln (zumindest anatomisch), nur bei vielen sind sie aufgrund der Fettschicht einfach nicht sichtbar. Wir sprechen je nach Veranlagung bei Männern von einem Körperfettanteil von unter 12-10%, während es bei Frauen ca. 15% sind. Erst dann wird der Waschbrettbauch wirklich sichtbar.
Dieses Problem wird man auch durch ein tägliches Bauchtraining nicht in den Griff bekommen.
Das Phänomen der lokalen Fettverbrennung, wie es sich viele vielleicht wünschen, existiert nicht!
Es führt einfach kein Weg an einer angepassten Ernährung vorbei. Es sei denn ihr gehört zu den 1-2% der Leute da draußen die eine gottgegebene Genetik aufzuweisen haben. Denkt immer an den Spruch: „Abs are made in the kitchen!“
Der Rest von euch wird sich diese Tipps zu Herzen nehmen müssen, wenn er diesen Sommer endlich seinen Wunsch erfüllen möchte.


„Sixpack-Anatomie“















Bevor wir im ersten Teil der Serie auf das Training eingehen werden soll die Anatomie der Bauchmuskulatur kurz vorgestellt werden. Daraus wird sich unmissverständicherweise auch die Zusammensetzung der unterschiedlichen Übungen zur Ausbildung eines guten, ausgewogenen Sixpacks ergeben.

Wie man dem oberen Bild entnehmen kann, sieht man sehr deutlich, dass der gerade Bauchmuskel (1) den größten Teil der gesamten Muskulatur ausmacht. Er ist hauptverantwortlich für die Stabilisierung des Beckens und wird vorrangig beim Vorbeugen des Körpers aktiviert.
Je nachdem ob wir in liegender oder hängender Position den Oberkörper nach oben bzw. vorne bringen wird eher der obere Anteil angesprochen. Ziehen wir die Beine an eher wird der untere Anteil aktiviert. 

Der äußere seitliche Bauchmuskel (2) neigt den Oberkörper zur Seite und wird klassisch durch Übungen die auf der Seite liegend ausgeführt werden oder seitlich zum Kabelturm stehend, trainiert.

Der innere seitliche Bauchmuskel (3) ist für Rotationsbewegungen verantwortlich, wie man sie üblicherweise am Kabelturm, mit Therabändern oder einer Hantelscheibe ausführen kann.

Der quere Bauchmuskel (4) formt nicht nur die Taille sondern sorgt auch dafür, dass der Bauchinnenraum zusammengepresst wird. Er wird am besten durch Halteübungen angesprochen wie z.B. den Unterarmstütz.

Grundsätzlich haben wir immer ein Zusammenspiel aller beteiligten Muskelgruppen. Die Isolation einzelner Muskeln ist so gut wie unmöglich. Durch die spezifische Herangehensweise und dem Training aus unterschiedlichen Richtungen und Winkeln können die entsprechenden Areale jedoch gezielter angesprochen werden.

Bevor ich euch die einzelnen Übungen nenne muss ich an der Stelle kurz ein wichtiges Prinzip erwähnen: Es gibt nicht DIE EINE überlegene Übung oder DEN Trainingsplan der für alle gleichermaßen funktioniert! 
Umso mehr Abwechslung ihr in eure Trainingsroutine bringt, desto besser wird die Bauchmuskulatur darauf ansprechen und sich entwickeln. 
Die Körpermitte ist eine sehr anspruchsvolle Körperregion die viel Aufmerksamkeit und ein spezifisches Training erfordert. 
Es gibt zwar einige Athleten da draußen die behaupten, dass eine gute Körpermitte bereits durch die Ausführung von schweren Grundübungen trainiert wird, doch das ist meiner Erfahrung nach so nicht pauschalisierbar. 
Natürlich werden sie dabei mit trainiert, da stimme ich zu 100% zu, doch eine schöne Teilung der Muskulatur und die Sichtbarkeit der schrägen Bauchmuskeln erfordern etwas mehr isolierte Arbeit und vor allem Abwechslung.

Die Basisübungen für deine perfekte Körpermitte

Aufgrund der anatomischen Beschaffenheit arbeite ich gerne mit 3 - 4 Übungen á 3 Sätze um alle Areale gleichmäßig auszubilden und zu kräftigen. Ich verzichte bewusst auf ein tägliches Training und führe an maximal 3 – 4 Tagen in der Woche ein 15 minütiges, hochintensives Bauchtraining am Ende meiner Workouts ein.
Ich behandle die Bauchmuskulatur nicht anders als meine anderen Muskelgruppen – warum auch?
Ich trainiere sie schwer und wenn nötig mit Zusatzgewicht. Anschließend lasse ich ihr  genügend Regenerationszeit um sich vom Training zu erholen.  Ich weiß nicht wer den Mythos in die Welt gesetzt hat, dass 500 Sit-Ups am Morgen ein effektives Bauchmuskeltraining ist? 
Versucht auch beim Bauchtraining bei ca. 10 bis maximal 15 Wiederholungen Muskelversagen zu erreichen. Schafft ihr mehr bedeutet das Zusatzgewicht!

Let the games begin...

Die erste Übung mit der ich mein Sixpack-Training meist starte ist das hängende oder liegende Beinheben für die untere Bauchmuskelregion. Als anspruchsvollste Übung sollte sie stets am Anfang ausgeführt werden.
Die Übung kann sowohl hängend an der Klimmzugstange oder am Dipbarren ausgeführt werden als auch liegend auf einer Flachbank oder am Boden. Um den Schwierigkeitsgrad zu erleichtern kann man statt gestreckter Beine auch die Knie angewinkelt lassen.
Die häufigsten Fehler die ich während der Ausführung oft entdecke sind:
  • eine fehlende Körperspannung und das „Durchhängen“ in der unteren Position
  • zu viel Schwung zu nehmen ohne die Kontraktion zu spüren und kurz zu halten 
  • das Becken in der obersten Position nicht zu kippen, was zwar den Hüftbeuger trainiert aber nicht die Bauchmuskulatur

Wer 10-15 saubere Wiederholungen mit dem eigenen Gewicht schafft, dem empfehle ich ein leichtes Zusatzgewicht (z.B. eine Kurzhantel) zwischen die Beine oder Füße zu klemmen um die Spannung während der Bewegungsausführung etwas besser zu spüren.
Wer das ganze liegend ausführt und dazu neigt ins Hohlkreuz zu kommen kann als kleine Hilfe die Hände unter sein Gesäß platzieren. Außerdem sollte man in diesem Falle darauf achten die Beine nicht zu weit absinken zu lassen. Grundsätzlich gilt es sich darauf zu konzentrieren (und zu lernen) die Lendenwirbelsäule während der gesamten Ausführung Richtung Boden zu drücken.


Meine zweite Übung ist ein klassischer Crunch für die oberen Bauchmuskeln oder alternativ der Crunch am hohen Kabelturm mit Zusatzgewicht.
Auch beim klassischen Crunch gilt die Regel: Der untere Rücken bleibt immer am Boden und die Spannung sollte sowohl in der Auf- als auch in der Abwärtsbewegung konstant  hoch bleiben!
Die Hände können an der Schläfe platziert werden, sollten aber nicht als Hilfe beim Aufrollen genutzt werden. Die Beine bleiben angewinkelt auf dem Boden, so dass der Hüftbeuger ausgeschaltet wird. Ich empfehle diesbezüglich auch die Füße NICHT unter einer Bank oder sonstigen Gerätschaften einzuklemmen. Wer einen Zug in der Leistengegend nach der Übung spürt, hat nicht den gewünschten Effekt erreicht.
Ein weiterer Fehler ist das Geradehalten des Rückens beim Crunchen. Anatomisch gesehen kann ohne Einrollbewegung keine Kontraktion der Bauchmuskeln stattfinden. Es ist auch nicht notwendig so weit hoch zu crunchen bis sich die Lendenwirbelsäule vom Boden löst. Das führt nur zu unnötigem Stress im unteren Rücken und hat keinen Mehreffekt für die Entwicklung der Muskulatur. Der Kosten-Nutzen Faktor ist hier gleich null! Die Bewegung kommt nur aus der Brustwirbelsäule und sollte immer kontrolliert und langsam ausgeführt werden.
Ich  persönlich bevorzuge den Crunch am hohen Kabelturm da ich hierdurch eine stärkere Kontraktion durch das Zusatzgewicht erhalte.
Die Übung kann sowohl kniend (leichter) als auch stehend (schwerer) ausgeführt werden.
Doch auch hier gibt es einige Regeln zu beachten. Unter anderem sollte vermieden werden zu stark aus den Armen zu ziehen. Das passiert meist bei zu hohem Gewicht und einer damit einhergehenden fehlenden Kraft der Bauchmuskulatur, die über die Armarbeit kompensiert werden muss. Die Hauptarbeit sollte über die Bauchmuskeln realisiert werden.
Des Weiteren gilt es die Hüfte zu fixieren und nur den Oberkörper isoliert arbeiten zu lassen. Auch hier ist die Einrollbewegung das A und O. Je nach Eigenschaft des Geräts sollte ein Viertel bis zur Hälfte des eigenen Körpergewichts gewählt werden um ein Brennen in der Körpermitte herbeizuführen.

Die dritte Übung in meinem Workout (seitlicher Kabel Crunch) erfolgt direkt im Anschluss,  indem ich meinen Körper eindrehe und die seitlichen Bauchmuskeln stärker beanspruche. Ich wechsle hierfür (stehend oder kniend) zu einem einarmigen Griff am hohen Kabelturm und bewege meinen Ellenbogen Richtung Hüfte während ich meinen Oberkörper leicht eindrehe. Diese Übung benötigt einiges an Übung bis man es tatsächlich dort spürt wo es ankommen soll. Also nicht verzweifeln und dran bleiben. Diese Übung ist hocheffektiv um eine schöne Taille zu zaubern.
Alternativ kann man auch stehend mit einer Kurzhantel über eine Rumpf-Seitneigung arbeiten und denselben Effekt erzielen. Wichtig auch hier: Nur den Oberkörper arbeiten lassen und möglichst wenig über die Hüfte oder Beine arbeiten.

Die vierte und letzte Übung in meinem "Sixpack-Workout" ist entweder der Unterarmstütz oder eingedrehte Twists.
Der Unterarmstütz sieht zwar einfach aus, ist von der Ausführung her aber gar nicht so leicht wie man denkt. Um die Übung für den Anfang etwas einfacher zu gestalten, kann man das Ganze auch kniend statt gestreckt ausführen. Wichtig ist das Gesäß und den Rücken auf einer Linie zu halten und den unteren Rücken nicht durchhängen zu lassen bzw. den Po zu weit in die Luft zu strecken. Über den Druck den man über die Unterarme ausübt kann die Belastung weiter intensiviert werden. Der Bauchnabel sollte während der gesamten Zeit leicht eingezogen werden und der Bauchinnendruck aufrecht erhalten bleiben.

Bei dem eingedrehten Twist handelt es sich um eine Rotationsübung für den Rumpf. Ich beginne die Übung indem ich in einer leichten Rücklage mit angewinkelten Beinen, eine Gewichtsscheibe mit ausgestreckten Armen vor meinen Körper halte. Anschließend arbeite ich über die Rotationsbewegung meines Oberkörper (NICHT den Unterkörper mitbewegen) im Wechsel von links nach rechts. Die Arme halte ich dabei stets auf einer Höhe und lasse sie während der Ausführung nicht absinken. Hierbei sollte ein Brennen in den seitlichen Bauchmuskeln zu spüren sein. Auch hier gilt die Regel: Schaffe ich mehr als 10 korrekt ausgeführte Wiederholungen pro Seite erhöhe ich die Gewichte!

Morgen werde ich euch mit den passenden Bilder zu den einzelnen Übungen versorgen und einen kleinen Sixpack-Guide für die perfekte Körpermitte zur Verfügung stellen. 
Im zweiten Teil der Serie werde ich euch weitere hilfreiche Tipps geben auf dem Weg zu einem flacheren und attraktiveren Bauch...

Euer Coach 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen