Gute Fette vs. Schlechte Fette - Der Unterschied liegt im Detail

Macht Fett wirklich Fett?
Der Staatsfeind Nr. 1

Ich gehe in diesem Artikel bewusst nicht auf die kalorische Bilanz ein. Ich denke wer meine vorigen Artikel verfolgt hat verstanden, dass nicht einzelne Nährstoffe für unser Gewicht verantwortlich sind, sondern die Gesamtzufuhr.
Wer mich kennt weiß, dass ich ein großer Verfechter einer ausgewogenen und gesunden Mischkost bin, aber lasst uns der Tatsache ins Auge schauen: Man kann theoretisch auch von einem McDonald Menü täglich abnehmen – ob das jedoch sinnvoll ist wage ich zu bezweifeln!
Die Medien haben wirklich ganze Arbeit geleistet. Die Gehirnwäsche hat uns soweit gebracht, dass wir mittlerweile mit allen Mitteln versuchen Fett aus unserem Alltag zu verbannen und dabei nicht merken, dass trotz der ganzen „Light Produkte“ und fettreduzierten Kost, die Gesellschaft immer dicker wird.

Was ist Fett?

Fett ist eine chemische Verbindung von Fettsäuren, die je nach Härtegrad in unterschiedlichen Verbindungen vorkommt. Man vergleiche einfach mal die Konsistenz von Butter und Öl. 
Er ist auch der energiereichste Nährstoff mit 9 kcal pro Gramm. Wahrscheinlich mit einer der Gründe warum er so in Verruf gekommen ist. 
Grundsätzlich differenziert  man zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren - oder wie die Medien sagen: Zwischen bösen und guten Fetten! Dazu gleich aber mehr.

Bei der Kohlenhydratmast die sich der deutsche Normalbürger tagtäglich unterzieht ist es kein Wunder, dass der Körper Fette in die (Not-)Depots lagert. 
Es ist einfach zu erklären: Energie die ungenutzt im Körper bleibt, bietet eine optimale Situation für die Fetteinlagerung. Was soll der Körper denn anderes damit anfangen? Essen liefert unserem Körper Energie und diese muss genutzt werden.
Alles was darüber hinausgeht wird für Notsituationen gespeichert. Es könnten ja in Zukunft Hungerperioden bevorstehen (NICHT!), bei denen er sich dieser bedienen kann! Eine hohe Kohlenhydratzufuhr und damit verbundene volle Energiespeicher, wird also selbst bei moderater Fettzufuhr wahrscheinlicher zu einer  Einlagerung führen - vorausgesetzt natürlich man isst über seinen Gesamtbedarf!

Problem Nr. 2 in Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Fettaufnahme: Kohlenhydrate  führen bekannterweise zu einem Insulinausstoß. 
Ihr erinnert euch vielleicht an das Beispiel des LKW´s, welches nicht nur den Zucker aus dem Blut auflädt und in die Zelle transportiert, sondern auch gleich das Fett mitnimmt wenn es schon dabei ist. 
Wir können also von dem Dickmacherduo „FETT & SÜSS“ sprechen, welches die Einlagerung begünstigt. 
Nutella ist da wohl der absolute Klassiker, eng gefolgt von dem Butterbrot mit Marmelade. Das bedeutet jetzt nicht, dass man strikt nach Trennkost leben muss, aber an dem Modell ist schon etwas dran!

Brauchen wir jetzt Fette oder nicht?

Natürlich brauchen wir sie! Fette sind in vielen lebensnotwendigen Prozessen involviert. Sei es für die Hormonbildung, den Transport fettlöslicher Vitamine oder dem Organschutz, um nur einige an dieser Stelle zu nennen. Die Liste kann noch sehr lange weitergeführt werden.

Wo liegt dann genau der Unterschied?
Natürlich im Detail...

Die unterschiedlichen Wertigkeiten und zugeführten Mengen bzw. deren Verhältnis zueinander, entscheidet letztendlich was mit den Fetten passiert.  

Gesättigte und Transfettsäuren

Während ein ÜBERMAß an gesättigten Fetten negative Auswirkungen auf unseren Stoffwechsel und Cholesterinspiegel haben kann, ist ein gewisser Anteil sogar wichtig für  unseren Organismus. Die Zellmembran, die Bildung von Testosteron, die Leber u.v.m. sind auf einen gewissen Anteil gesättigter Fette angewiesen.
Man weiß aber, dass diese Fettsäuren im Gegensatz zu den ungesättigten, den Aufbau von Körperfett verstärken, oder anders ausgedrückt: Unser Körper lagert gesättigte Fettsäuren eher in die Depots, als die ungesättigten. 
Im Klartext bedeutet das: Nehme ich 50g Butter und 50g Rapsöl, dann werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach wesentlich mehr Fett aus der Butter, als aus dem Rapsöl einlagern.

Gesättigte Fette finde ich vor allem in Butter, Sahne, Süßigkeiten und salzigen Knabbereien, rotem Fleisch, Wurst- und Milchprodukten.
Eine Kategorie "gesundheitsschädlicher" wird es, wenn wir Richtung Fast Food und frittierten Lebensmitteln gehen -also stark verarbeitete Lebensmittel. Dort finden wir häufig die industriell hergestellten TRANSFETTSÄUREN und damit kann der Körper nun mal rein gar nichts anfangen! Chips, Margarine, Pommes, Burger und alles was man sonst noch unterwegs bekommen kann. Ich denke ihr wisst wovon ich rede.

MCT-Fette

Eine weitere Fettkategorie die immer mehr Beachtung findet, sind die mittelkettigen Fette (MCT Fette)! Diese finden wir z.B. in Kokosöl. Sie haben den großen Vorteil, dass sie vom Körper ähnlich wie die Kohlenhydrate verstoffwechselt werden. Immer mehr Sportler lernen die Vorzüge dieser guten Energiequelle kennen und fangen an sie stärker in ihren Ernährungsplan einzubauen. Das sie aufgrund ihrer kürzeren Fettsäureketten leicht verdaulich sind, stehen sie als Energieträger schneller zur Verfügung und werden direkt ins Blut abgegeben, ohne sich lange im Magen-Darm-Trakt aufzuhalten. Weiterer kleiner Bonus: Sie enthalten nur 8 kcal pro Gramm.

Ungesättigte Fettsäuren

Kommen wir zu den Ungesättigten Fettsäuren – auch essentielle Fettsäuren genannt. Diese werden in einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren unterteilt und MÜSSEN über die Ernährung zugeführt werden, da unser Körper nicht in der Lage ist diese selbst zu synthetisieren.
Bestimmt haben einige bereits über Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren gehört. Diese sollten in einem Verhältnis von 1:5 oder besser noch niedriger aufgenommen werden. 
Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 1:20 und mehr. Schuld daran ist häufig der Gebrauch von Sonnenblumenöl, welches sich übrigens auch verstärkt in Fertigprodukten wiederfinden lässt.

Den ungesättigten (Omega-3) Fettsäuren werden sehr viele gesundheitsfördernde Effekte zugeschrieben, wie das Absenken des Cholesterinspiegel, der Erhalt der Gefäßgesundheit,  eine entzündungshemmende Wirkung, die Förderung eines gesunden Herz-Kreislaufsystems und aufgepasst: Sie fördern durch die verstärkte Wachstumshormonausschüttung die Fettverbrennung und/oder den Muskelaufbau.
Ein weiterer Vorteil und der Hauptgrund warum man nicht alle Fette in einen Topf schmeißen darf: Man weiß aus Untersuchungen, dass ungesättigte Fettsäuren vom Körper nicht so schnell in die Fettdepots eingelagert werden, wie die gesättigten Fettsäuren.
Omega-3 Fettsäuren finden wir vor allem in pflanzlichen Ölen, Nüssen und Fisch. Leinöl, Olivenöl, Avocado, fetter Lachs und Walnüsse sind hervorragende Lieferanten. Auf eine gezielte Omega-6 Zufuhr, brauchen wir in Deutschland eher weniger achten. Ein Hauptlieferant hierfür ist das leider zu oft genutzte Sonnenblumenöl und industriell verarbeitete Lebensmittel.

Fazit
Wie man unschwer erkennen kann, darf man nicht alles schwarz-weiß sehen. Gerade in Sachen Ernährung liegt der Unterschied oft im Detail. Fett ist neben den Kohlenhydraten wohl DER Nährstoff bei dem sehr deutlich wird, dass nicht immer die Menge, sondern auch die Qualität der zugeführten Lebensmittel ausschlaggebend ist. Natürlich wird auch ein „zu viel“ an gesunden Fetten bei einer zu hohen Gesamtzufuhr irgendwann in die Depots wandern, doch die Wahrscheinlichkeit ist insgesamt geringer.
Gebt nicht den Fetten die Schuld für Übergewicht, sondern überdenkt eure komplette Ernährung. 
Achtet auf den gezielten Einsatz Omega-3 reicher Lebensmittel und reduziert bewusst (verzichtet nicht komplett) die gesättigten Fettsäurequellen, um einer ausgewogenen und gesunden Ernährung einen Schritt näher zu kommen.

Euer Coach









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