Die richtige Ernährung vor und nach dem Training

In diesem Artikel möchte ich euch meine persönliche Empfehlung für die perfekte Mahlzeit rund ums Training geben.
Neben einem intensiven und durchdachten Training und natürlich ausreichenden Regenerationsphasen, ist eine ausgewogene Ernährung ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Grundpfeiler für euren Erfolg.
Ihr kennt mein Credo: Training und Ernährung, dürfen nicht als getrennte Faktoren gesehen werden. Eine strategisch gut geplante Pre (vorher) und Post (nachher) Workout Nutrition, wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Effektivität des Trainings auf die nächste Stufe befördern.

Im Grunde genommen ist es recht einfach zu erklären:

Durch die richtige Mahlzeit vor dem Training sorgst du aufgrund des vollen Energietanks für maximale Performance in deinem Workout.

Was du danach isst, ist essentiell für den Regenerationsprozess und die Versorgung des Körpers mit den richtigen Baustoffen.

Was bringt einem das ganze Training, wenn dem Körper die Nährstoffe fehlen um auf die Trainingsreize entsprechend reagieren zu können?


Pre-Workout Mahlzeit

Die primären Ziele dieser Mahlzeit bestehen darin:

·      Die Glykogenspeicher zu füllen (Energiespeicher volltanken!)
·      Den Abbau der körpereigenen Muskelproteine auf ein Minimum zu reduzieren
·      Die Kortisollevel während und nach dem Training möglichst niedrig zu halten
·      Die Vorteile des erhöhten Blutfluss zur Muskulatur effektiv zu nutzen (optimaler Nährstofftransport)


Um das zu realisieren, sollte man darauf achten vor dem Training die zwei essentiellen Nährstoffe Kohlenhydrate und Eiweiß in entsprechender Menge zuzuführen.
Ich mag es nicht Sachen komplizierter zu machen als sie sind. Die letzte große Mahlzeit sollte ca. 1.5 – 2h zurückliegen und möglichst aus komplexen Kohlenhydraten und einer Eiweißquelle bestehen.
Klassisch ist hier der Vollkornreis/-nudeln mit Hähnchen oder Fisch und etwas Gemüse als Beilage zu empfehlen. Natürlich eignet sich auch eine Schüssel Haferflocken mit einer Portion Obst und Naturjoghurt oder 1 Löffel Eiweißpulver, wenn man eher frühmorgens trainiert.
Die Portionen sollten nicht sehr üppig sein, da der Verdauungstrakt sonst noch während des Trainings mit der Mahlzeit beschäftigt ist und das kostet viel Energie und ist zudem nicht gerade angenehm.
Ist man unterwegs und kommt direkt von der Arbeit ins Training, spricht nichts dagegen einen Apfel und eine Banane einzupacken. Diese würde ich eine halbe Stunde vorher zu mir nehmen und um das ganze abzurunden einen Shake in meine To-Go Becher dazu.


Post-Workout Mahlzeit

Die wichtigsten Gründe für eine richtige Post-Workout Mahlzeit:

·      Schnelle Wiederauffüllung der Kohlenhydratspeicher
·      Minimierung des Muskelabbaus durch das Training
·      Senkung der Kortisolspiegel
·      Erhöhte Proteinsynthese
·      Verbesserte Regeneration und Heilungsprozesse

Insbesondere nach dem Training spielt die Nahrungszufuhr eine sehr wichtige Rolle.
Damit sich der Körper schnell erholen kann, muss die katabole Umgebung schnell in eine anabole umgewandelt werden.
Kortisol hat die Eigenschaft in Stresssituationen (wie z.B. intensives Training) körpereigenes Eiweiß zur Energiegewinnung abzubauen, was sich negativ auf die Proteinsynthese (=Muskelaufbaupotenzial) auswirkt.
Auch wenn Kortisol seinen nutzen für die Immunabwehr hat und entzündungshemmend wirkt, so ist es im Zusammenhang mit Muskelaufbauprozessen eher negativ zu bewerten.

Es gibt in der Tat klinische Studien die einen konkreten Muskelabbau trotz regelmäßigem Training feststellen konnten. Die Gründe waren ausschließlich auf eine suboptimale Ernährung und einer viel zu niedrigen Eiweißzufuhr zurückzuführen, was den Körper letztendlich dazu veranlasst hat die eigenen Muskelproteine als Energiereservoir anzuzapfen.
Keine Angst, das passiert nicht von heute auf morgen sondern eher schleichend, zeigt ab sehr deutlich wie wichtig eine angepasste Nährstoffzufuhr ist.

Wir sollten also vor allem nach dem Training darauf achten möglichst schnell Kohlenhydrate und Eiweiß zuzuführen um den katabolen Prozess zu beenden.
Proteine liefern Aminosäuren, die für den Wiederaufbau von geschädigtem Muskelgewebe verwendet werden, während die Kohlenhydrate für die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher verantwortlich sind.
Auch wenn einige Trainer zum Einsatz einfacher Kohlenhydrate unmittelbar nach dem Training raten (z.B. Isotonische Getränke oder Maltodextrin), so gibt die Studienlage hierzu keine eindeutigen Ergebnisse. Wichtig ist nur DAS man es macht!
Als normaltrainierender, nicht-bodybuilding-ambitionierter Freizeitsportler würde ich folgende Strategie empfehlen:
Unmittelbar nach dem Training einen Eiweißshake (alternativ noch eine Banane für die Kohlenhydrate) und ca. 1 - 1.5 Stunden danach eine ausgewogene Mahlzeit aus komplexen Kohlenhydraten und einer mageren Proteinquelle. Im Prinzip genauso wie in der Pre-Workout Mahlzeit.
Auf Fette würde ich in beiden Fällen eher verzichten, da sie schwer verdaulich sind und die Nährstoffaufnahme eher behindern.

Jetzt werden natürliche einige den Finger heben und sagen: 
„Sollte ich nicht lieber vor und nach dem Training auf Kohlenhydrate verzichten? Immerhin kann mein Körper so schneller die Fettreserven anzapfen und nach dem Training länger in der Fettverbrennung bleiben!“

JEIN! Natürlich ist es in einer Diätsituation nicht ganz verkehrt, wenn man mit entleerten Kohlenhydratspeichern ins Training geht. Ich habe beides ausprobiert und kann aus eigener Erfahrung nur dazu sagen, dass ich keine gravierenden Unterschiede feststellen konnte.
Zu aller erst stehen die Fettkalorien mehr die man durch diese günstigere Stoffwechsellage verbrannt hat, in keiner Relation zu den Vorteilen die man durch gut gefüllte Speicher erhält.
Power im Training, hohe Intensität, keine Durchhänger während des Workouts, ein höherer Muskelschutz und eine verbesserte Regenerationsfähigkeit.
Am Ende des Tages zählt immer noch das Verhältnis von Gesamtkalorienaufnahme zu dem Verbrauch und wenn das berücksichtigt wurde, werdet ihr trotz allem (oder besser gesagt erst recht) erfolgreich sein – und glücklicher dazu!
Ihr könnt gerne den Nachbrenneffekt nach dem Training noch aufrecht erhalten, wenn ihr die Kohlenhydrate unmittelbar danach weglasst und nur den Proteinshake zu euch nehmt.
Spätestens 1-1.5 h danach würde euch aber dringendst zu einer Kohlenhydrat-Eiweiß Mahlzeit raten. Ansonsten wird euch früher oder später der Heißhunger packen und instinktiv eher schlechte Essensentscheidungen treffen lassen.
Grundsätzlich kann man auch ein Nüchterntraining ausprobieren solange der Kreislauf dabei mitspielt und genügend Energie vorhanden ist. Hier empfehle ich aber unbedingt wenigstens eine kleine Menge an Proteinen einzunehmen.
Das Nährstofftiming ist ein heiß diskutiertes Thema in der Fitnessbranche. An der Stelle sei nur soviel dazu gesagt: Gerade die oftmals zu unrecht gefürchteten Kohlenhydrate werden, wenn sie um das Training herum zugeführt wurden, mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit als Brennstoff verheizt oder zur Wiederauffüllung der Speicher in Muskulatur und Leber  eingelagert. Die Angst vor einer bevorzugten Fetteinlagerung ist völlig unberechtigt und stehen eurem Abnehmwunsch also nicht im Wege – vorausgesetzt die Kalorienaufnahme über den Rest des Tages stimmt.

Euer Coach






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