Das Märchen von den bösen Eiern

Heute widmen wir uns einem ewig diskutierten Lebensmittel in der Ernährungs- und Trainingslehre: Dem Ei-Mythos und das darin enthaltene Cholesterin.
Während es für viele Menschen schlicht unvorstellbar ist täglich Eier zu essen, konsumieren viele Bodybuilder und fitnessbegeisterte Menschen nicht selten täglich Eier in größeren Mengen (bis zu 5 und mehr am Tag).

Auch ich gehöre zu dieser Sorte Menschen mit täglich bis zu 4 Eiern. Ja, GANZE Eier! Ob hartgekocht im Salat, als Rührei zum Frühstück oder Omelette mit Gemüsebeilage als leckere Abendmahlzeit.
Als bekennender Ei-Liebhaber sehe ich mich quasi gezwungen für euch einmal genauer hinter die Kulissen zu schauen und aufzudecken was sich hinter dieser veralteten Theorie verbirgt!

Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Die DGE empfiehlt in ihren Richtlinien nicht mehr als 2-3 Eier in der Woche zu essen. Laut einigen Ärzten und „Ernährungsexperten“ enthält das Ei viel „böses“ Cholesterin was die Gefäße verstopft und dazu eine nicht unerhebliche Menge gesättigter Fette. Diese Kombination führt ihrer Meinung nach zu einem früheren Tod durch Herzinfarkt.

Doch worauf beruht diese Empfehlung und ist sie nach heutigen Erkenntnissen überhaupt noch tragbar? Ist das Eigelb wirklich so schädlich? Sollte man allgemein den Konsum einschränken? Ist das Cholesterin wirklich gesundheitsschädigend?

Wie der Mythos entstanden ist...

Wer die Ernährungs-Show „Ich bin dann mal schlank“ von Patric Heinzmann gesehen hat, der weiß bereits worauf dieser Mythos basiert.
Um es kurz zu fassen:
Ein russischer Mediziner hatte damals KANINCHEN mit Eigelb und Hirn gemästet und gemerkt, dass sie frühzeitig verstarben.Oh Wunder! 
Man muss an dieser Stelle wissen, dass Kaninchen als Hardcore Veganer (wie Patric Heinzmann sie sehr passend beschrieb) im Gegensatz zum Menschen keinen Cholesterinabbau-Stoffwechsel haben. Die logische Konsequenz dürfte wohl jedem einleuchten.
Wie auch bei den Süßstoffen wurde wieder eine absurde Tierstudie eins zu eins auf den Menschen übertragen.

Cholesterin und seine Funktion im Körper

In jeder unserer Zellen ist Cholesterin enthalten. Unser Körper produziert im Darm und der Leber täglich größere Mengen davon. Es wird unter anderem dazu benötigt um die Zellwände zu stabilisieren und Hormone wie Testosteron und Östrogen zu bilden. Es hat ausnahmslos eine wichtige Funktion in unserem Organismus und ist absolut lebensnotwendig.
Beim Cholesterin müssen wir grundsätzlich zwischen dem Nahrungscholesterin und dem Blutcholesterin differenzieren.
Natürlich kann ein zu hoher Blutcholesterinwert auf Dauer für die Gefäße schädigend sein und das Herzinfarktrisiko erhöhen. 
Wir dürfen aber nicht vergessen, dass sich zwei Cholesterinarten in unserem Körper bewegen: Das „schlechte“LDL (low density lipoprotein) und das „gute“ HDL (high density lipoprotein).

Unzählige Studien konnten bereits beweisen, dass Nahrungscholesterin wenig Einfluss auf das Blutcholesterin haben. Nur bei einer genetischen Prädisposition, der sogenannten familiären Hypercholesterinämie, sollte man achtsam sein
Beim „gesunden“ Menschen verfügt der Körper über einen ausgezeichneten Mechanismus um den Cholesteringehalt selbst zu regulieren. Nehmen wir also vermehrt Cholesterin über die Nahrung auf, steuert der Körper die Eigenproduktion etwas runter – ganz einfach.

Das Ei und das Cholesterin

Nehmen wir das Vollei genauer unter die Lupe stellen wir erstaunt fest, dass sich neben einen hohen Proteinanteil (ca. 40%) auch größere Mengen einfach und mehrfach ungesättigter Fettsäuren befinden (ca.60%) die ferner dazu in der Lage sind schädliches LDL-Cholesterin abzubauen. 
Die restlichen Anteile sind gesättigte Fettsäuren und selbst diese bestehen bei genauerer Betrachtung größtenteils aus konjugierter Linolsäure (gesundheitsfördernd) und nicht aus der problematischen Elaidinsäure!
Sie beeinflussen den Cholesterinspiegel also wenn überhaupt in positivem Sinne.

WichtigDas Fettverteilungsmuster ist sehr stark von der Fütterung der Hennen abhängig, insofern gilt auch hier: Achtet unbedingt auf die Qualität!

Fazit
Das Ei, als Sündenbock für einen zu hohen Cholesterinspiegel, kann an dieser Stelle guten Gewissens entkräftet werden. Auch wenn einige Mediziner trotz zahlreicher Studien immer noch an dieser veralteten These festhalten.
Ein täglicher Verzehr ist definitiv NICHT schädigend – vorausgesetzt wir sind kerngesund und verfügen über einen funktionierenden Cholesterinstoffwechsel.
Der logische Menschverstand reicht an dieser Stelle aus: Im Hühnereigelb befinden sich alle wichtigen Nähr- und Vitalstoffe die das Küken braucht um heranzuwachsen. 
Warum sollten wir gerade das Gute vom Ei in die Tonne werfen oder an die Katze verfüttern?
Ein zusätzlicher Bonus ist die sehr gute biologische Verfügbarkeit der Proteine. Gerade für Kraftsportler ist das Ei nicht nur ein gesundes, sondern auch sehr nützliches Lebensmittel. Nicht nur die Muskulatur profitiert davon. Als kohlenhydratarmer Sattmacher und Snack für Zwischendurch, eignet sich das kleine unscheinbare Wunderwerk auch optimal für eine Diät.
In diesem Sinne: Guten Appetit und frohes Eier essen!

Euer Coach 



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